174147 Articles and counting... | Last 24 hours 111 Articles

Categorie | Deutsch

Grimme Online Award 2017: Auszeichnungen für Netz-Angebote gegen Hetze und Vorurteile


Webangebote, die den Umgang mit Hetze und Vorurteilen thematisieren, gehören beim Grimme Online-Award zu den Gewinnern. Auch SPIEGEL ONLINE zählt mit einem Projekt zu den acht Preisträgern.

Der YouTube-Kanal “Datteltäter”, der mit Humor und Satire Vorurteile gegenüber Muslimen entkräftet, wurde am Abend in Köln ausgezeichnet. Initialzündung für das Projekt war Angaben der Macher zufolge das Aufkommen des islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses.

Einen Preis bekam auch die Facebook-Gruppe “#ichbinhier”, deren Mitglieder sich gezielt in Debatten einschalten, in denen Hasskommentare und Hetze verbreitet sind. Die Juroren prämierten zudem Projekte, die moderne Technologie für Info-Angebote nutzen – einen Chatbot und eine Virtual-Reality-Reise zum Kölner Dom. Neben der Web-Reportagen von SPIEGEL ONLINE über Armut gehörte auch eine über Gebärdensprache zu den Gewinnern.

Der undotierte Grimme Online Award gilt als wichtigster deutscher Preis für hochwertige Online-Angebote. Er wird seit 2001 verliehen. Nominiert waren in diesem Jahr 29 Projekte.

Die Gewinner im Überblick:

“Datteltäter”: Die Videos des YouTube-Kanals sind witzig, ironisch – und beschäftigen sich mit dem Islam. Der “Bildungsdschihad” des jungen ARD/ZDF-Angebots Funk setzt auf Humor, um Vorurteilen zu begegnen, mit denen sich Muslime konfrontiert sehen. “Die “Datteltäter” entkrampfen den herrschenden Diskurs”, urteilte die Jury. Das Projekt wurde gleich doppelt ausgezeichnet: Neben dem Jury-Preis gewann es auch die Web-Abstimmung für den Publikumspreis.

“#ichbinhier”: In Postings und Kommentaren auf sozialen Netzen toben mitunter Hass und Hetze. Die Facebook-Gruppe “#ichbinhier” hält gezielt dagegen. Wenn eine Debatte aus dem Ruder läuft, schalten sich die Mitglieder unter dem Hashtag mit sachlichen Kommentaren ein.

“Ihre Wahl – der WDR-Kandidatencheck”: Mehr als 1300 Kandidaten traten zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen an, viele davon waren dem Wähler eher unbekannt. Der WDR schaffte es, fast 1000 von ihnen vor der Wahl für Web-Videos zu interviewen. Die Jury nannte das ein einfaches, aber wirksames Mittel im “demokratischen Notstandsgebiet”.

“Was heißt schon arm?”: Die Webreportage von SPIEGEL ONLINE beschäftigt sich mit der Frage nach Armut in Deutschland und beleuchtet verschiedene Armutskonzepte und -Definitionen. Das Thema wird an interessanten Menschen festgemacht. Am Ende kann der Leser selbst errechnen, ob er womöglich als arm gilt.

  • Armut in Deutschland: Was heißt schon arm?

“Die mit den Händen tanzt”: Die Protagonistin der Multimedia-Reportage des Hessischer Rundfunks (HR) hat einen äußerst ungewöhnlichen Job: Sie übersetzt Konzerte in Gebärdensprache. Wer will, kann auf der Seite selbst ein paar Songs erraten.

“Wochenendrebell”: Auf den ersten Blick geht es auf dem Blog mit Podcast um einen Vater und einen Sohn, die einen Lieblings-Fußballverein suchen. Das eigentliche Thema aber ist der Umgang mit dem Asperger-Syndrom des Sohnes.

“Der Kölner Dom in 360° und VR”: “Es gibt Ecken im Kölner Dom, die konnte nur der liebe Gott sehen”, stellte die Grimme-Jury fest. “Bis jetzt.” Der WDR nutzte für das Projekt die Trend-Technologie Virtuelle Realität (VR), um das Wahrzeichen Kölns im Netz erfahrbar zu machen – aus sämtlichen Blickwinkeln.

“Resi-App”: Die App “Resi” steche aus den neuen Chatbot-Angeboten deutlich hervor, stellte die Jury fest. “Resi” präsentiert ihren Nutzern die aktuelle Nachrichtenlage als Dialog. Sie haben den Eindruck, gerade mit einem informierten Freund zu chatten.

  • Aktion gegen Hetze auf Facebook: Sie sind hier

Read more ...

Article source: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/grimme-online-award-2017-auszeichnungen-fuer-netz-angebote-gegen-hetze-und-vorurteile-a-1155373.html#ref=rss

comments are closed

Visit SNOOPY Gallery: